audimax ING. stand vor ein paar Wochen im Gespräch mit Dr. Jan Tulke, dem Geschäftsführer von planen-bauen 4.0.

von Sep 27, 2019Allgemein, BIM - allgemein, Digitalisierung, NEWS, planen-bauen 4.0, Presse

audimax ING. stand vor ein paar Wochen im Gespräch mit Dr. Jan Tulke, dem Geschäftsführer von planen-bauen 4.0:

Inwiefern verändert das Digitale Bauen Ihren Arbeitsalltag als Ingenieur?

 

JT: Viele Prozesse werden durch digitale Werkzeuge unterstützt, wir werden in Zukunft noch viel stärker mit Computern, Smartphones, Robotern oder Drohnen arbeiten. Wir werden definitiv immer weniger mit Papier zu tun haben, d.h. die klassischen Aktenordner des Bauleiters oder die riesigen Planschränke des Planungsbüros, die A0-Pläne an der Wand werden zunehmend durch virtuelle Modelle ersetzt. Das 3D-Modell wird zum visuellen Inhaltsverzeichnis aller Projektdaten. Informationen die wir heute mühsam aus unterschiedlichen Dokumenten und Plänen mental zu einem Gesamtbild kombinieren müssen werden im Modell einfach und intuitiver zugänglich. Zudem sind Computermodelle von Maschinen interpretierbar, was enorme Automatisierungspotentiale bietet.

 

Bitte beschreiben Sie exemplarisch eine Ihrer Aufgaben im Bereich Digitales Bauen.

 

JT: Wir sind eine neutral, aus der Mitte der Bauwirtschaft gegründet, Plattformgesellschaft mit 58 Gesellschaftern. Davon 25 Berufsverbänden und 33 Unternehmen. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, die Bauwirtschaft bei der Digitalisierung zu unterstützen. Das tun wir durch die Beratung öffentlicher Bauherren. In Zusammenarbeit mit Bundesministerien entwickeln wir die Strategien öffentlicher Auftraggeber und unterstützen den Markt durch die Schaffung von Schulungs- und Informationsangeboten. So sind wir Partner im Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Planen und Bauen des Wirtschaftsministeriums und entwickeln Guidelines, Schulungskonzepte und Zertifizierungsverfahren für Schulungsanbieter. Darüber hinaus treiben wir die Normung und Standardisierung im Bereich Building Information Modeling voran, insbesondere in Bezug auf herstellerneutrale Datenformate.

 

Was ist daran besonders herausfordernd?

 

JT: Die Herausforderung sehe ich darin, dass die digitale Arbeitsweise eine stärker vernetzte Zusammenarbeit von bisher stärker getrennten Fachdisziplinen erfordert. Die übergreifende Nutzung von Informationen erfordert eine stärker formale und einheitlicher Strukturierung von Daten. Dabei müssen die Anforderungen des Bauwesens mit neuen Technologien bzw. entsprechendem IT-Wissen kombiniert werden. Andererseits müssen die Anforderungen verschiedene Interessensgruppen abgebildet werden. Zudem erfordert die Digitalisierung in der kleinteilig strukturierten Bauwirtschaft eine Aktivierung der breiten Masse durch Unterstützungsangeboten und Öffentlichkeitsarbeit. Alle Beteiligten im Planen, Bauen und Betreiben müssen involviert werden, da sonst Insellösungen entstehen und nicht das ganze Potential ausgeschöpft werden kann.

 

Welche persönlichen und fachlichen Skills müssen ingenieurwissenschaftliche Berufseinsteiger im Bereich Digitales Bauen mitbringen?

 

JT: Modellbasiertes Denken, in Bauteilen denken, nicht in Strichen, Schraffuren oder Texten, sondern in Objektmodellen. Das Neue ist sicher auch, dass die verschiedenen Fachdisziplinen datentechnisch integriert werden. Notwendig ist also ein gewisses Verständnis für die anderen Fachdisziplinen und deren Informationsbedarf. Grundsätzlich spielt natürlich die Erstellung, Nutzung und Prüfung von 3D Computermodellen eine zentrale Rolle. Dies geht von der reinen Anwendung bis hin zum Konfigurieren und Programmieren entsprechender Werkzeuge und Automatisierungsskripte. Der Computer ist gewissermaßen das, was der Bleistift einmal war. Allerdings kann er uns – wenn geschickt eingesetzt – stärker unterstützten.

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