Plattform für BIM im Gebäudebetrieb: Verbände harmonisieren Digitalisierungs-Initiativen:
BIM einfach machen!

Wuppertal, 8. November 2017

Noch vor einem Jahr diskutierten die an der Immobilienwirtschaft beteiligten Branchen darüber, ob die
Methoden und der potenzielle Nutzen von Building Information Modeling (BIM) überhaupt im
deutschsprachigen Markt angekommen und realistisch seien. Heute befasst sich bereits eine Fülle von
öffentlichen und privatwirtschaftlichen Initiativen, Zirkeln, HUBs und Arbeitskreisen mit detaillierten Fragen
zu den ersten Erfahrungen mit BIM. Ein grundlegendes Thema dabei: Der absprachelose und standardisierte
Austausch digitaler Daten zu Immobilien, technischen Anlagen und Dokumenten zwischen den an Planung,
Realisierung und Betrieb beteiligten Firmen. Um das damit einhergehende Potenzial des vielfachen Nutzens
für die beteiligten Branchen besser zugänglich zu machen, trafen sich jetzt die Repräsentanten von BTGA,
buildingSMART, CAFM RING, Facility Management Austria, GEFMA, planen-bauen 4.0 und RealFM zu
ihrem 2. BIM Roundtable.

Ihr Ziel: Harmonisierung ihrer Initiativen für BIM im Gebäudebetrieb und Förderung von Wissenstransfer,
Orientierung und Verlässlichkeit für die betroffenen Branchen: BIM einfach machen!
Dazu gaben die beteiligten Verbände diese gemeinsamen Positionen bekannt.

1. Die Standardisierungsarbeiten auf internationaler und europäischer Ebene bei ISO und CEN
sowie auf nationaler Ebene bei ASI, VDI, DIN und buildingSMART bieten bereits hinreichende
Orientierung, um in großen wie auch kleinen Projekten und Objekten BIM-Methoden zu verwenden,
Erfahrungen zu sammeln und in eine agile BIM-Entwicklung einzutreten.

2.Ein wesentliches Merkmal für den Nutzen von Building Information Modeling ist der standardisierte
und absprachefreie Austausch von digitalen Daten über Flächen, technische Anlagen und Dokumente
zwischen organisationsinternen Beteiligten und zwischen Vertragspartnern. IFC bietet dazu die
international übergreifende Grundlage. Doch „den einen Standard“ für alle Beteiligten wird es in
absehbarer Zeit kaum geben. Vielmehr sind für konkrete Anwendungsfälle, unterschiedliche
Prozesse und verschiedene Zielgruppen der privaten Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung
Filter, Selektionen und Validierungen erforderlich, um pragmatisch handeln zu können. An exakt
dieser Stelle agiert eine Fülle von Initiativen an der Erstellung von definierten Ausschnitten des
übergreifenden IFC-Standards. Die Plattform für BIM im Gebäudebetrieb , der BIM Roundtable,
will hier zu Wissenstransfer, Orientierung und Verlässlichkeit beitragen: Gemäß der Prämisse von
Open BIM und auf Basis von IFC, strukturiert nach GEFMA 924 und VDI 2552 haben sich
Repräsentanten von BTGA, buildingSMART, CAFM RING, Facility Management Austria,
GEFMA, planen-bauen 4.0 GmbH und RealFM auf die Harmonisierung ihrer Initiativen verständigt.
Angestrebt ist, weitere Initiativen für eine Teilnahme zu gewinnen und im Ergebnis eine Harmonisierung
zum Wohle und Nutzen der Branchenbeteiligten im gesamten deutschsprachigen Markt zu ermöglichen.

3.Die Beteiligten sind sich darüber einig, die Arbeit der Initiativen so auszugestalten, dass sie
ausschließlich neutrale und herstellerunabhängige Schnittstellen für den Datenaustausch, basierend
auf den Industry Foundation Classes (IFC), unterstützen
und inhaltlich weiter ausgestalten. Zunächst
werden drei ausgewählte BIM-Profile zur
Verfügung gestellt, mittels derer beispielhaft ein digitaler
Datenaustausch
unternehmensübergreifend, fallbezogen und absprachelos erprobt werden kann.

4. Um den sinnvollen Einsatz von BIM-Methoden und BIM-Modellen als wesentliches Element des
digitalen Transformationsprozesses der Immobilienwirtschaft weiter zu
fördern, will sich die
verbandsübergreifende Plattform BIM im Gebäudebetrieb auch
für den Wissenstransfer einsetzen.
Als Basis dafür soll
Innovationsforen Bauen 4.0 der Initiative planen-bauen 4.0 mit Beispielen aus
der Praxis unterstützt werden.

5. Für die Verantwortlichen im Gebäudebetrieb erschließt sich über die Harmonisierung und
Standardisierung von Fachinhalten und den absprachefreien Austausch digitaler
Daten dieser Nutzen:

  • Höherer Vertragssicherheit in der unternehmensübergreifenden (kollaborativen)
    Zusammenarbeit durch einheitliches Begriffs- und Leistungsverständnis.
  • Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und Betreiberpflichten.
  • Reduzierung von Haftungsrisiken.
  • Reduzierung der Aufwendungen für Datenerfassung und -pflege.
  • Ermöglichung des Einsatzes neuer Technologien wie IoT, etwa für eine Prädiktive Instandhaltung.
  • Wettbewerbsvorteile durch Organisations- und Prozessautomatisierungen
  • Reibungslose und aufwandsarme Datenübertragung bei FM-Dienstleisterwechsel oder
    Immobilientransaktionen

 

6. Für die am phasenübergreifenden Lebenszyklus von Immobilien beteiligten Branchen
erschließt sich dadurch dieser Nutzen:

  • Höherer Vertragssicherheit bei der Übergabe/Übernahme (Kauf und Verkauf) von Immobilien.
  • Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und Betreiberpflichten.
  • Wertsteigerungen durch eine validierte Dokumentation.
  • Erfüllung der Betreiberverantwortung am Inbetriebnahmetag.
  • Reduzierung von Haftungsrisiken.
  • Reduzierung der Aufwende für Datenerfassung und -pflege.

 

Die Plattform BIM im Gebäudebetrieb ist eine verbandsübergreifende Initiative für den deutschsprachigen Markt.
Seine Teilnehmer setzen sich dafür ein, den Nutzen von Building Information Modelling als wesentlicher
Bestandteil der digitalen Transformation der Immobilienwirtschaft den Verantwortlichen für den Betrieb von
Immobilien und technischen Anlagen pragmatisch, verständlich und schneller zugänglich zu machen und den
Wissenstransfer zu fördern. Dazu setzen sie sich auf Basis von IFC für die Harmonisierung von Maßnahmen zur
Standardisierung des digitalen Daten-, Prozess- und Vertragsmanagements im Lebenszyklus von Immobilien und
Anlagen aus Sicht Gebäudebetrieb ein. Der absprachelose Austausch relevanter Daten und Formulare zwischen
den Branchenteilnehmern und ihren Anwendern steht im Mittelpunkt ihrer Zielsetzung.