STANDARDISIERUNG UND NORMUNGSARBEIT

Gemeinschaftliches Arbeiten, ein zentraler Aspekt der BIM Methode, erfordert einheitliche und konsistent angewandte Prozesse und Regeln zur Erstellung, Weitergabe, Nutzung und Verwaltung von Daten. Nur so können verlustreiche Tätigkeiten, wie die wiederholte Erstellung und Neueingabe von Daten oder das Suchen nach Informationen reduziert werden. Dafür werden einerseits standardisierte Prozesse, andererseits hersteller- und softwareunabhängige Datenstandards benötogt, die  als Austauschformate verwendet werden können. Verlässliche offene Standards sind für alle Baubeteiligten essentiell, um ihren internen Veränderungsprozess einheitlich für neue Auftraggeberanforderungen gestalten zu können und nicht für jedes neue Projekt andere proprietäre Vorgaben erfüllen zu müssen.

Gibt es solche Standards schon und wer entwickelt diese?

Es existiert bereits eine Reihe von nationalen aber auch insbesondere internationalen Standards, sowohl für Prozesse als auch für Daten. Die Entwicklung ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen. International ist die „International Organization for Standardization“ (ISO) federführend, auf europäischer Ebene das „European Committee for Standardization“ (CEN). Seit 2015 arbeitet auf CEN-Ebene das CEN/TC 442, dass einheitliche europäische Standards für BIM veröffentlichen wird. Nach intensiver Vorarbeit von pb4.0 hinsichtlich des Austarierens von Einzelinteressen hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) im April 2015 den Normenausschuss „Building Information Modeling“ (NA005-01-39AA) mit untergeordneten Arbeitskreisen gegründet. Dieser spiegelt die internationalen und europäischen Normungsaktivitäten und vertritt dort die deutschen Interessen. Wichtige Standardisierungsaktivitäten sind derzeit die ISO 19650 „Information management using BIM“ und die Erweiterung der ISO 16739 „Informationen sharing in the construction and FM industries (IFC)“ für den Infrastrukturbau. Derzeit werden 4 Arbeitskreise zu den Themen Strategie, BIM-Daten, BIM-Management und Kataloge, in direkter Analogie zu den CEN Working Groups, aufgebaut und mit nationalen Experten besetzt. Nationale Richtlinienarbeit wird auch im Rahmen des VDI-Koordinierungskreises BIM geleistet wird. Dort wird seit Ende 2013 die nationale BIM-Richtlinie VDI 2552 entwickelt, momentan arbeiten über 80 ehrenamtlichen Experten an 9 Blättern dieser Richtlinie. Der Bogen spannt sich von der Definition von BIM unter verschiedenen Aspekten, über Begriffe, Datenaustausch und -Management, Prozesse bis zu Spezialthemen wie Mengenermittlung und Facility Management. Die Expertenorganisation buildingSMART e.V. unterstützt mit ihrem Fachwissen diese Standardisierungsprozesse und koordiniert sich bei buildingSMART International.

Was ist die Rolle der planen – bauen 4.0 in diesem Zusammenhang?

Planen-bauen 4.0 koordiniert die vielen Akteure auf nationaler Ebene und stellt eine angemessene Vertretung Deutschlands in den internationalen Gremien sicher. Sie stellt und finanziert mit Dr. Thomas Liebich zudem den Obmann des nationalen DIN Ausschusses „Building Information Modeling“ (NA 005-01-39 AA) und koordiniert diverse Experten, auch in dessen Unterausschüssen. Darüber hinaus finanziert sie das von Deutschland übernommene Sekretariat des CEN/TC 442/WG 2 „Exchange Information“, dessen Convener ebenfalls Dr. Thomas Liebich ist.

Ansprechpartner bei planen-bauen 4.0
DR. THOMAS LIEBICH

DR. THOMAS LIEBICH

thomas.liebich@planen-bauen40.de