EU BIM TASK GROUP

Europa vereint seit Januar 2016 die größte regionale Konzentration von staatlich geleiteten BIM Programmen weltweit. Nachdem Finnland und Norwegen als erste Nationen Standards gesetzt haben, gefolgt von nationalen Vergaberichtlinien der EU Kommission, Großbritannien und den Niederlanden, etablierten sich in der jüngeren Vergangenheit gemeinsame Initiativen von Staat und Industrie in Frankreich, Deutschland, Spanien, Dänemark, Schweden und anderen Nationen.

Die “EU BIM Task Group” vereint aktuell Repräsentanten der größten öffentlichen Auftraggeber aus 21 EU Mitgliedsstaaten. Sie hat zum Ziel die nationalen Anstrengungen in einer gemeinsamen und aufeinander abgestimmten europäische Vorgehensweise zu vereinen, die eine digitale europäische Bauwirtschaft auf Weltniveau zum Ziel hat und zur Stärkung des „digital single markets“ in Europa signifikant beitragen will. Dies steht wiederum im Zusammenhang mit der europäischen Vergaberichtlinie von 2014 (EUPPD), in der BIM ausdrücklich empfohlen wird.

Die Europäische Kommission bietet für zwei Jahre (2016-2017) eine finanzielle Unterstützung der EU BIM Task Group, um “ein gemeinschaftliches europäisches Netzwerk zu schaffen, das die einheitliche Nutzung von Building Information Modelling bei öffentlichen Bauvorhaben zum Ziel hat“.

Offizieller Vertragspartner der EU Kommission ist das britische Department for Business, Innovation and Skills (BIS). Großbritannien übernimmt damit auch die fehlenden 35T EUR der Finanzierung, da das Projekt mit 115T EUR von der EU Kommission unterstützt wird, aber ein Gesamtvolumen von 150T EUR hat. Chair der EU BIM Task Group ist Adam Matthews.

Die planen – bauen 4.0 wurde von der EU BIM Task Group über BIS als Beraterin engagiert und wirkt im Lenkungskreis der EU BIM Task Group mit. Im Auftrag der planen – bauen 4.0 leitet Dr. Ilka May die Koordination der Erstellung eines Handbuchs für öffentliche Auftraggeber in Europa. Damit übernimmt Deutschland neben Großbritannien eine Doppelfunktion, die neben der Teilnahme an dem Programm die aktive Leitung und Steuerung der Inhalte umfasst.

Relevante Links: eubim.eu

Zeitplan und Aktivitäten:

Das Projekt ist offiziell im Februar 2016 gestartet und hat eine Laufzeit bis Anfang 2018.

Im Mai und Juni 2016 hat das Team eine Umfrage zu staatlich geleiteten BIM Programmen unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Der Fragebogen umfasst Fragen nach den Gründen und Zielen für solche Programme, Herangehensweisen, Finanzierung, Umfang und gewünschten Ergebnissen. Die Auswertung der Fragen wird unter Berücksichtigung relevanter Standards und Normen sowie Erfahrungen aus den verschiedenen Ländern zu einem Handbuch verarbeitet, das konkrete Empfehlungen an öffentliche Auftraggeber, Betreiber von öffentlichen Einrichtungen und Gesetzgeber gibt.

Ganz ähnlich wie der Stufenplan digitales Planen und Bauen in Deutschland, wird auch für Europa ein einheitliches Mindestniveau für BIM mit konkreten Aktivitäten und Kriterien derzeit erarbeitet. Der erste Entwurf des Handbuchs soll im Spätherbst 2016 vorliegen und bis Mitte 2017 finalisiert werden. Die verbleibende Laufzeit des Projekts soll zur Kommunikation und Verbreitung der Inhalte genutzt werden.

Ansprechpartner bei planen-bauen 4.0

DR. ILKA MAY

DR. ILKA MAY

ilka.may@planen-bauen40.de